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Fassade streichen: Kosten und Ablauf

Fassade streichen: Kosten und Ablauf

Die Frage kommt fast immer in derselben Reihenfolge: Was kostet das? Und wie lange steht das Gerüst? Bei einem freistehenden Einfamilienhaus mit rund 150 Quadratmetern Fassadenfläche liegen wir 2026 zwischen 5.500 und 8.500 Euro, Gerüst eingerechnet. Die Spanne wirkt groß, sie hat aber handfeste Gründe: den Zustand des Putzes darunter, die Erreichbarkeit des Grundstücks und die Farbe, die zum Untergrund passen muss.

Wer nur den Quadratmeterpreis vergleicht, vergleicht meistens Äpfel mit Birnen. In einem Angebot steckt das Gerüst mit drin, im nächsten nicht. Einer kalkuliert eine Lage, der andere zwei. Deshalb steht unten jede Position einzeln aufgeschlüsselt, dazu die Wetterfenster, in denen ein Anstrich überhaupt hält, und die Fälle, in denen wir vom Streichen abraten.

Lesezeit ca. 21 MinutenStand: August 2026Malermeister Franke, Berlin

Die Eckdaten vorab

  • Neuanstrich einer Putzfassade 2026: 25 bis 60 €/m² schlüsselfertig, typisch 35 bis 45 €/m² inklusive Gerüst.
  • Einfamilienhaus mit 140 bis 160 m² Fassadenfläche: 5.500 bis 8.500 € gesamt, davon 2.000 bis 3.500 € allein für das Gerüst.
  • Beste Zeitfenster sind April bis Juni und September bis Oktober, mit mindestens +5 °C an Luft und Untergrund, auch nachts.
  • Silikonharzfarbe hält 15 bis 20 Jahre und kostet 15 bis 25 €/m² mehr als Dispersion, die schon nach 8 bis 15 Jahren fällig wird.
  • Klinker und Sichtmauerwerk gehören nicht gestrichen: Reinigung, Fugensanierung und Hydrophobierung sind die richtige Antwort.

Was kostet es, die Fassade streichen zu lassen? Die Kurzantwort

Kurz gerechnet

Ein Neuanstrich auf intaktem Putz kostet 2026 schlüsselfertig 25 bis 60 €/m². Der übliche Korridor liegt bei 35 bis 45 €/m² inklusive Gerüst. Für ein Einfamilienhaus mit 140 bis 160 m² Fassadenfläche sind das 5.500 bis 8.500 €. Die reine Ausführung dauert 3 bis 7 Arbeitstage, mit Gerüststandzeit planen Sie 2 bis 4 Wochen ein. Bestes Zeitfenster: April bis Juni und September bis Oktober.

Wenn eine Fassade nach zwölf Jahren fleckig dasteht und beim Drüberstreichen mit der Hand kreidet, geht es selten um eine Grundsatzentscheidung. Es geht um eine Zahl. Und die lässt sich seriös eingrenzen, sobald drei Dinge geklärt sind: wie viel Fläche zu streichen ist, in welchem Zustand der Untergrund darunter ist und wie das Gerüst überhaupt gestellt werden kann.

Wer eine Fassadensanierung in Berlin plant, bekommt von uns aus gutem Grund keinen Preis am Telefon. Ein Korridor hilft trotzdem, um eingehende Angebote einzuordnen und zu erkennen, wo jemand zu knapp kalkuliert hat.

Altbaufassade zur Hälfte saniert, zur Hälfte verwittert

Preis pro Quadratmeter Fassadenfläche 2026

LeistungsumfangPreis je m²Beispiel 150 m²
Neuanstrich, intakter Untergrund, zwei Lagen, ohne Gerüst25–35 €3.750–5.250 €
Neuanstrich mit Gerüst und üblichen Vorarbeiten (Standardfall)35–45 €5.250–6.750 €
Neuanstrich mit umfangreicher Untergrundsanierung45–60 €6.750–9.000 €
Vollsanierung mit Putzerneuerung90–115 €13.500–17.250 €
Gründerzeitfassade mit Stuckprofilen120–165 €18.000–24.750 €
Wärmedämmverbundsystem inklusive Oberputz und Anstrich80–150 €ab rund 15.000 €

Was in einem m²-Preis enthalten sein sollte

Ein belastbarer Quadratmeterpreis deckt das Gerüst mit vier Wochen Standzeit ab, dazu das Abdecken und Abkleben von Fenstern, Türen, Fensterbänken und Anschlüssen, eine Vorreinigung der Fläche, die passende Grundierung, zwei volle Anstriche und am Ende Entsorgung, Anfahrt und Baustellenreinigung. Fehlt eine dieser Positionen im Angebot, ist der Preis nicht günstiger, sondern nur unvollständig.

Gesondert berechnet werden dagegen Putzausbesserungen, Risssanierung, Sockelabdichtung, Fensterbänke, Balkonuntersichten, Sonderfarbtöne und die Genehmigung für ein Gerüst auf öffentlichem Grund. Das ist Kalkulationsehrlichkeit: Wie viele Risse hinter dem alten Anstrich stecken, sieht niemand von der Straße aus.

Zu allen Preisen in diesem Ratgeber

Marktrichtwerte Stand 2026, keine Angebotspreise. Verbindlich wird ein Preis erst nach Aufmaß vor Ort. Prüfen Sie außerdem als Erstes, ob ein Angebot netto oder brutto ausgewiesen ist: Bei einem Einfamilienhaus liegen zwischen beiden Zahlen schnell 1.200 €.

Kostenaufschlüsselung: Wofür Sie wirklich zahlen

Der Anstrich selbst ist beim Fassadenanstrich nicht der größte Posten. Gerüst, Vorarbeiten und Untergrundbehandlung machen zusammen oft mehr aus als Farbe und Rolle. Die folgende Übersicht zeigt die marktüblichen Einzelpreise, wie sie bei getrennter Beauftragung aufgerufen werden.

PositionMarktrichtwert 2026
Gerüst inklusive Auf- und Abbau, 4 Wochen Standzeit6–14 €/m²; Mindestpauschale 1.000–1.200 €; EFH mit 200–250 m² rund 2.000–3.500 €
Genehmigung für Gerüst auf öffentlichem Grund100–200 €
Reinigen, Abkleben, Abdecken2–6 €/m² (450–900 € pauschal beim EFH)
Professionelle Fassadenreinigung als eigenes Gewerk8–14 €/m²; mit Langzeitschutz 14–22 €/m²
Starker Algen- und Moosbefall12–15 €/m²; Imprägnierung zusätzlich 3–5 €/m²
Untergrundvorbereitung, Risse, Putzausbesserung8–20 €/m² Aufpreis (500–1.400 € beim EFH)
Grundierung, Materialrund 5 €/m²
Grundierung, Arbeitslohnrund 10 €/m²
Fassadenfarbe, Material für zwei Anstriche8–25 €/m²
Anstrich zweilagig, Arbeitslohn30–55 €/m²
Entsorgung, Anfahrt, Baustelleneinrichtung300–800 € pauschal
Malerstundensatz45–70 €/h
Reiner Neuanstrich schlüsselfertig25–60 €/m², typisch 35–45 €/m² inklusive Gerüst

Rechnen Sie die Höchstwerte dieser Tabelle zusammen, landen Sie bei über 70 €/m². Das ist kein Widerspruch zum Paketpreis von 35 bis 45 €, sondern der Unterschied zwischen Einzelbeauftragung und einem Auftrag aus einer Hand: Das Gerüst steht ohnehin, die Baustelle ist eingerichtet, Grundierung und beide Anstriche laufen im selben Arbeitsgang ohne neue Rüstzeiten.

Gerüst: der Posten, den fast jeder unterschätzt

Beim Einfamilienhaus liegt das Gerüst je nach Höhe und Zuschnitt bei 2.000 bis 3.500 €, bei kleineren Objekten greift eine Mindestpauschale von 1.000 bis 1.200 €. Abgerechnet wird nach Gerüstfläche, nicht nach Ihrer Fassadenfläche, und die ist bei Vorsprüngen, Erkern und Balkonen größer als gedacht. In der Standzeit von vier Wochen sind Auf- und Abbau enthalten; jede weitere Woche kostet Miete.

Teuer wird es dort, wo das Gerüst nicht einfach hingestellt werden kann. Grenzbebauung, ein Wintergarten, eine Garageneinfahrt oder ein Hang zwingen zu Sonderkonstruktionen, Auslegern und Ballastierung. Steht das Gerüst auf Gehweg oder Straße, brauchen Sie eine Sondernutzungserlaubnis, die mit 100 bis 200 € zu Buche schlägt und Vorlauf braucht.

Reinigung und Untergrundvorbereitung

Vor dem ersten Tropfen Farbe wird die Fläche gereinigt, lose Beschichtung entfernt und alles abgeklebt, was keine Farbe abbekommen soll. Beim Einfamilienhaus sind dafür 450 bis 900 € realistisch. Sitzt ein Algen- oder Moosschleier auf der Nordseite, kommt eine Behandlung mit 12 bis 15 €/m² dazu, eine anschließende Imprägnierung nochmals 3 bis 5 €/m².

Ein Wort zum Hochdruckreiniger: Auf altem, sandendem Putz und auf jedem Wärmedämmverbundsystem hat er nichts verloren. Wir arbeiten dort mit Niederdruck, Bürste und Algenentferner mit Einwirkzeit. Der Unterschied zeigt sich zwei Jahre später an den Stellen, wo Wasser hinter die Beschichtung gedrückt wurde.

Risse und Putzschäden

Haarrisse bis etwa 0,2 mm lassen sich mit einer füllenden Beschichtung oder einer rissüberbrückenden Farbe schließen. Netzrissbilder über größere Flächen brauchen ein armiertes System. Und Risse, die diagonal von Fensterecken weglaufen oder sich saisonal öffnen, sind ein statisches Thema, kein Malerthema.

Die Kalkulation liegt bei 8 bis 20 €/m² Aufpreis auf der betroffenen Fläche, beim Einfamilienhaus meist 500 bis 1.400 €. Seriös ist diese Position erst nach der Klopfprobe: Klingt der Putz hohl, hilft kein Anstrich. Dann muss die Stelle abgeschlagen und neu aufgebaut werden, sonst platzt sie mitsamt der frischen Farbe wieder ab.

Grundierung

Grundierung kostet rund 5 €/m² an Material und etwa 10 €/m² an Arbeitslohn, wird im Paket aber deutlich günstiger. Ihre Aufgabe: saugende Untergründe verfestigen, das Saugverhalten vereinheitlichen, die Haftung sichern. Auf kreidendem Altputz ohne Tiefgrund zu arbeiten spart rund 600 € und kostet Sie den halben Anstrich.

Warum zwei Lagen der Standard sind

Eine Lage deckt nie gleichmäßig. Putz saugt unterschiedlich stark, an Ausbesserungsstellen und in Strukturvertiefungen bleibt die Schicht dünner, und genau dort beginnt später die Verwitterung. Zwei Lagen bringen die Schichtdicke, die der Hersteller seiner Haltbarkeitsangabe zugrunde legt. Wer einlagig anbietet und trotzdem 15 Jahre verspricht, verspricht etwas, das der Farbeimer nicht hergibt.

Bei kräftigen oder sehr hellen Farbtönen auf dunklem Bestand kommt eine dritte Lage dazu. Rot-, Gelb- und Orangepigmente decken schlechter, das ist Physik und kein Qualitätsmangel der Farbe.

Nebenkosten

Anfahrt, Baustelleneinrichtung, Materialtransport, Entsorgung und Endreinigung schlagen pauschal mit 300 bis 800 € zu Buche. Ohne Stellfläche direkt am Haus liegt der Wert am oberen Rand.

Gesamtkosten nach Hausgröße

Die folgenden Werte sind Erfahrungsspannen für einen kompletten Neuanstrich inklusive Gerüst, bei üblichem Untergrundzustand und ohne Dämmung.

Handwerker spachtelt eine Fassadenfläche
ObjektFassadenfläche ca.Gesamtkosten 2026
Reihenhaus oder kleines Einfamilienhaus80–110 m²3.500–5.500 €
Einfamilienhaus, mittlere Größe140–160 m²5.500–8.500 €
Großes Einfamilienhaus oder Villa200–250 m²8.000–13.000 €
Mehrfamilienhaus mit 3–4 Einheiten350–500 m²14.000–25.000 €
Gründerzeit-Altbau mit Stuckfassadeje nach Gliederungab rund 25.000 €, mit Denkmalauflagen 35.000 € und mehr

Auffällig ist der Sprung beim Gründerzeit-Altbau. Er entsteht nicht durch die Farbe, sondern durch Handarbeit an Gesimsen, Faschen, Konsolen und Ornamenten, durch Profilergänzungen aus Stuckmörtel und durch die Auflagen, die eine denkmalgeschützte Fassade mitbringt. Wer so ein Haus besitzt, findet die Details dazu in unserem Bereich Altbausanierung.

Durchgerechnet: 150 m² Putzfassade, zwei Lagen Silikonharz

Ausgangslage: freistehendes Einfamilienhaus, Putz überwiegend intakt, an zwei Teilflächen Haarrisse, Gerüst steht komplett auf dem eigenen Grundstück.

PositionAnsatzBetrag
Gerüst inklusive Auf- und Abbau, 4 Wochen11 €/m²1.650 €
Abdecken, Abkleben, Vorreinigung3 €/m²450 €
Haarrisse und kleine Putzschäden ausbessernTeilflächen450 €
Grundierung, Material und AuftragPaketpreis550 €
Fassadenfarbe Silikonharz, rund 75 Liter2 Anstriche1.100 €
Anstrich in zwei Lagen, Arbeitszeitrund 36 Stunden2.000 €
Anfahrt, Entsorgung, Endreinigungpauschal400 €
Summe netto44 €/m²6.600 €
Brutto inklusive 19 % Umsatzsteuerrund 7.850 €

Das Beispiel liegt bewusst in der Mitte des Standardkorridors. Nach unten geht es, wenn der Untergrund tadellos ist und das Gerüst niedrig bleibt. Nach oben geht es sehr schnell, sobald Putzflächen erneuert, Sockel abgedichtet oder Balkonuntersichten mitbeschichtet werden müssen.

Wie groß ist meine Fassade? Fläche in drei Schritten berechnen

Bevor Sie Angebote vergleichen, sollten Sie Ihre Fläche grob kennen. Sonst diskutieren Sie über Quadratmeterpreise, ohne die Quadratmeter zu kennen.

Schritt 1: Umfang des Hauses messen, also alle Außenwände addieren, und mit der Traufhöhe multiplizieren. Schritt 2: Giebelflächen ergänzen, jeweils Breite mal Giebelhöhe geteilt durch zwei. Schritt 3: Für die eigene Schätzung ziehen Sie rund die Hälfte der Fenster- und Türflächen ab, weil Laibungen, Anschlüsse und Randarbeiten den Abzug teilweise wieder auffressen.

Rechenbeispiel

Grundriss 8,00 mal 7,00 Meter, Traufhöhe 5,00 Meter, Satteldach mit 2,50 Meter Giebelhöhe, zwölf Fenster und zwei Türen mit zusammen rund 30 m².

Umfang: 2 mal (8,00 + 7,00) ergibt 30,00 Meter. Mal Traufhöhe 5,00 Meter ergibt 150 m². Dazu zwei Giebel mit je 7,00 mal 2,50 geteilt durch 2, also 8,75 m² pro Giebel und 17,50 m² zusammen. Zwischensumme: 167,50 m². Abzüglich der halben Öffnungsfläche von 15 m² bleiben rund 150 m² Fassadenfläche.

Ein Hinweis für den Angebotsvergleich: Nach den Abrechnungsregeln für Maler- und Lackierarbeiten werden kleine Öffnungen übermessen, also nicht abgezogen. Erst Fenster und Türen über etwa 2,5 m² gehen von der Fläche ab. Ein Angebot mit größerer Quadratmeterzahl als Ihre Küchentischrechnung ist deshalb nicht automatisch geschönt. Fragen Sie nach, nach welcher Regel aufgemessen wurde, dann sind beide Zahlen erklärbar.

Was den Preis nach oben oder unten treibt

Zwei Häuser mit identischer Fläche können sich im Angebot um 3.000 € unterscheiden. Fünf Faktoren erklären fast immer die Differenz.

Der Untergrund. Ein zehn Jahre alter, tragfähiger Anstrich ist der günstigste Fall. Sandender Altputz, abplatzende Beschichtungen oder eine unbekannte Vorbeschichtung bedeuten Prüfaufwand, Probeflächen und oft ein aufwendigeres System.

Die Höhe und der Zuschnitt. Jedes Geschoss mehr verteuert das Gerüst überproportional. Erker, Gauben, Balkone und Vordächer verlängern die Gerüstlinie und bringen Handarbeit, die keine Rolle und keine Spritzpistole abkürzt.

Die Zugänglichkeit. Ein freies Grundstück mit Stellfläche für Container und Materialanhänger ist billiger als eine Baustelle in geschlossener Bebauung, bei der jede Palette durch den Hausflur muss.

Der Farbton. Standardtöne sind eingerechnet, Sondertöne kosten Aufpreis, dunkle Töne brauchen mehr Deckkraft. Auf Wärmedämmverbundsystemen sind sehr dunkle Töne wegen der Aufheizung nur bis zu einem bestimmten Hellbezugswert zulässig.

Der Termin. Wer im Mai anruft und im Mai gestrichen haben will, zahlt Auslastungspreise.

Fassadenart: Putz, Dämmung, Klinker, Beton

FassadenartPreis je m²Worauf es ankommt
Putzfassade (Standard)35–45 €Referenzfall; Silikonharz oder Silikat je nach Altbeschichtung
Wärmedämmverbundsystem40–55 €nur systemkonforme, diffusionsoffene und elastische Farbe; kein Hochdruck, keine harten Spachtel
Klinker und Sichtmauerwerk45–70 €, aber meist nicht empfohlenbesser reinigen, Fugen sanieren, hydrophobieren
Beton und Faserzementje nach Zustandmineralische Systeme, Betoninstandsetzung bei freiliegender Bewehrung

Die Zeile zum Wärmedämmverbundsystem ist die wichtigste in dieser Tabelle. Unter dem Oberputz liegt eine dünne Armierungsschicht mit Gewebe. Wer sie mit dem Hochdruckreiniger oder mit einer Ziehklinge beschädigt, öffnet dem Wasser den Weg in die Dämmung, und dann reden wir nicht mehr über einen Anstrich, sondern über eine Teilerneuerung des Systems.

Klinker ist der zweite Fall, bei dem wir regelmäßig abraten. Ein Ziegel funktioniert bauphysikalisch dadurch, dass er Feuchtigkeit aufnimmt und wieder abgibt. Eine filmbildende Beschichtung schließt ihn ein, Feuchtigkeit sammelt sich hinter der Farbe, und beim ersten Frost drückt es die Beschichtung samt Ziegeloberfläche ab. Rückgängig machen lässt sich das praktisch nicht: Farbe von Klinker zu entfernen ist teurer als der Anstrich selbst. Wenn ein Bauherr es trotzdem will, arbeiten wir ausschließlich mit Silikat- oder Mineralfarbe und liegen bei 45 bis 70 €/m² wegen der aufwendigen Vorarbeit an den Fugen.

Hausfassade mit frischem Anstrich

Welche Fassadenfarbe ist die richtige?

Die Farbe muss zum Untergrund passen, nicht umgekehrt. Diese eine Regel entscheidet darüber, ob ein Anstrich acht oder zwanzig Jahre hält.

FarbtypMaterial je LiterGeeignet fürHaltbarkeitEinschätzung
Silikonharz8–18 €mineralischer Putz, Wärmedämmverbundsystem, alte Dispersionsanstriche15–20 JahreAllrounder: wasserabweisend und diffusionsoffen zugleich, Selbstreinigungseffekt
Silikat und Dispersionssilikat10–20 €Kalk- und Zementputz, Beton, Naturstein; nicht auf Kunstharz-Altanstrichen20–30 Jahreverkieselt mit dem Untergrund, algenhemmend, begrenzte Farbtonauswahl
Dispersion (Acryl)5–8 €nahezu jeder tragfähige Untergrund8–15 Jahregünstigste Variante, riesige Farbauswahl, filmbildend und weniger diffusionsoffen
Kalk12–25 €historische Kalkputze, Denkmalschutz8–15 Jahrebauphysikalisch hervorragend, natürlich algenhemmend, empfindlich in der Verarbeitung

Silikonharzfarbe

Auf rund vier von fünf Putzfassaden landen wir bei Silikonharz. Der Grund liegt in einer Materialeigenschaft, die sich sonst ausschließt: Die Beschichtung lässt Wasserdampf von innen nach außen durch, weist Regenwasser aber ab und perlt es an der Oberfläche zusammen mit Schmutz ab. Gegenüber einer Dispersion kostet sie 15 bis 25 €/m² mehr und hält etwa doppelt so lang. Über die Nutzungsdauer gerechnet ist sie damit die günstigere Farbe.

Silikatfarbe

Silikat verbindet sich chemisch mit mineralischem Untergrund, statt nur darauf zu liegen. Das ergibt extrem lange Standzeiten, ein sehr hohes Alkalimilieu und damit natürlichen Schutz gegen Algen. Der Haken: Auf einem alten Kunstharzanstrich verkieselt nichts. Deshalb gehört vor jedes Silikatangebot eine Untergrundprüfung, im Zweifel mit Probefläche. Die Farbtonauswahl ist auf mineralische Pigmente beschränkt, kräftige Buntfarben scheiden also aus.

Dispersionsfarbe

Dispersion ist die günstigste Fassadenfarbe und hat ihre Berechtigung bei Zweckbauten, bei Objekten mit kurzem Renovierungszyklus und dort, wo bereits mehrere Dispersionsschichten liegen. An einem Altbau mit Kalkputz hat sie nichts zu suchen: Sie bildet einen dichten Film, die Wand kann nicht mehr abtrocknen, und die Feuchtigkeit sucht sich ihren Weg unter der Beschichtung.

Kalkfarbe

Kalk ist die richtige Wahl auf historischen Kalkputzen und überall dort, wo die Denkmalpflege mitredet. Bauphysikalisch gibt es nichts Besseres, verarbeitungstechnisch nichts Anspruchsvolleres: Sie verzeiht weder Sonne noch Zugluft und will mehrere dünne Aufträge statt zweier satter Lagen. Welcher Farbtyp und welcher Ton zu Ihrem Haus passt, klären wir in der Farbberatung mit Muster an der Wand statt mit Fächer in der Hand.

Wie viel Farbe brauche ich?

Rechnen Sie mit 0,2 bis 0,3 Liter pro Quadratmeter und Anstrich, entsprechend einer Deckung von 8 bis 10 m² je Liter. Für zwei Anstriche sind das 0,4 bis 0,6 Liter je Quadratmeter.

Auf unsere 150 m² gerechnet: 60 bis 90 Liter Fassadenfarbe. Bei einer Silikonharzfarbe für 12 € je Liter kommen Sie auf 720 bis 1.080 € reine Materialkosten. Strukturputz mit grober Körnung liegt am oberen Ende, glatter Feinputz am unteren. Kaufen Sie eher zu viel als zu wenig und achten Sie auf gleiche Chargennummern, sonst sehen Sie den Farbunterschied auf der Wetterseite noch in fünf Jahren.

Wann sollte man die Fassade streichen?

Ein Fassadenanstrich hält so lange, wie die Bedingungen am Tag der Ausführung waren. Kein anderer Malerbereich ist so wetterabhängig.

Handwerker bei Arbeiten an der Gebäudehülle

Die beste Jahreszeit

April bis Juni und September bis Oktober sind die beiden Fenster, in denen Temperatur und Luftfeuchte am verlässlichsten stimmen. Im Hochsommer arbeiten wir nur mit Schattenführung, also mitwandernd auf der jeweils sonnenabgewandten Seite, und mit Gerüstnetz. Auf einer 40 Grad heißen Südwand trocknet die Farbe schneller, als sie verlaufen kann, und hinterlässt Ansätze und Wolken.

Der November ist Glückssache. Wir nehmen Fassadenaufträge in dieser Zeit nur an, wenn die Wetterprognose stabil ist und der Untergrund nachweislich trocken. Sonst verschieben wir lieber, als eine Beschichtung zu riskieren, die im Frühjahr kreidet.

Temperatur, Luftfeuchte und Taupunkt

KennwertAnforderung
Temperatur Luft und Untergrundmindestens +5 °C, auch nachts; ideal 10–25 °C; manche Systeme erst ab +8 °C
Relative Luftfeuchteunter 85 %
Taupunktabstandmindestens 3 °C
Sonne und Windkeine direkte Besonnung der Arbeitsfläche, kein starker Wind, kein Frost
Regen24 Stunden Regenfreiheit nach dem Auftrag
Trocknung bei 20 °C und 65 % Luftfeuchteüberstreichbar nach 4–6 Stunden, regenfest nach 24 Stunden, durchgehärtet nach rund 5 Tagen

Die Nachttemperatur wird am häufigsten übersehen. Ein sonniger Oktobertag mit 14 Grad sieht perfekt aus, doch wenn die Wand nachts auf 3 Grad abkühlt, während die Beschichtung noch nicht durchgehärtet ist, leidet die Filmbildung. Ergebnis: Mikrorisse, Kreiden, mattes Ausbleichen nach zwei Wintern. Deshalb steht bei uns ein Infrarotthermometer auf dem Gerüst und wird die Untergrundtemperatur gemessen, nicht die Wetter-App gelesen.

Wie oft muss eine Fassade gestrichen werden?

Untergrund und SystemIntervall
Putz mit Dispersionsfarbe8–12 Jahre
Putz mit Silikonharzfarbe12–20 Jahre
Silikat und mineralische Systeme15–25 Jahre
Wärmedämmverbundsystem10–15 Jahre
Klinker, unbeschichtetkein Anstrich; Reinigung alle 5–10 Jahre
Wetterseite (überwiegend West und Südwest)3–5 Jahre früher als die übrigen Seiten

Daraus folgt eine Frage, die uns oft gestellt wird: Kann man nur die Wetterseite streichen? Technisch ja, optisch selten befriedigend. Der frische Anstrich sitzt dann neben zwölf Jahre altem Farbton, und selbst bei identischer Rezeptur sieht man die Kante.

Zehn Anzeichen, dass Ihre Fassade einen Anstrich braucht

  1. Kreiden: Sie streichen mit der Hand über die Wand und haben weißen Abrieb an den Fingern.
  2. Der Farbton ist ausgeblichen oder fleckig, besonders auf der Südseite.
  3. Grünlicher oder schwarzer Algen- und Moosschleier, meist nord- und wetterseitig.
  4. Haarrisse im Anstrich oder feine Netzrissbilder über größere Flächen.
  5. Abplatzungen, an denen die darunterliegende Schicht sichtbar wird.
  6. Hohlstellen: Der Putz klingt beim Abklopfen dumpf statt hart.
  7. Dunkle Feuchteränder am Sockel, die auch nach Trockenwetter bleiben.
  8. Weiße, salzartige Ausblühungen auf Putz oder Fuge.
  9. Ausgewaschene oder rissige Fugen bei Sichtmauerwerk.
  10. Wasser läuft an der Wand herunter, statt abzuperlen, und die Fläche bleibt lange dunkel.

Ein einzelnes Anzeichen ist noch kein Grund für ein Gerüst. Kreiden plus Algenschleier plus Haarrisse zusammen bedeuten dagegen, dass die alte Beschichtung ihre Schutzfunktion verloren hat. Ab da arbeitet die Witterung am Putz selbst, und der ist deutlich teurer als Farbe.

Reinigen statt streichen: Wann das reicht

Nicht jede unschöne Fassade braucht Farbe. Grünschleier, Staubfilm und Straßenschmutz sehen nach Sanierungsfall aus, sitzen aber oft nur auf einer intakten Beschichtung.

Die Entscheidung lässt sich mit drei Prüfungen treffen. Erstens die Handprobe: Bleibt weißer Abrieb an der Hand, kreidet der Anstrich, und Reinigen bringt nur für eine Saison etwas. Zweitens die Wasserprobe: Spritzen Sie eine Handbreit Wasser an die Wand. Perlt es ab und trocknet die Stelle zügig auf, funktioniert die Beschichtung noch. Zieht das Wasser ein und die Fläche bleibt stundenlang dunkel, ist der Anstrich am Ende. Drittens der Blick auf die Risse: Haarrisse und Abplatzungen bekommt keine Reinigung weg.

Rechnerisch ist der Unterschied erheblich. Eine professionelle Fassadenreinigung kostet 8 bis 14 €/m², mit anschließendem Langzeitschutz 14 bis 22 €/m². Auf unsere 150 m² gerechnet sind das rund 1.650 € statt 6.600 € für den Neuanstrich. Bei starkem Algen- und Moosbefall liegen Sie bei 12 bis 15 €/m² für die Behandlung, eine Imprägnierung kostet 3 bis 5 €/m² zusätzlich.

Wichtig ist die Ursache. Algen wachsen dort, wo die Wand lange feucht bleibt: unter überhängenden Bäumen, hinter dichten Hecken, an schattigen Nordseiten, unter defekten Dachrinnen. Wer nur reinigt und die Hecke stehen lässt, steht in drei Jahren wieder vor derselben Wand. Ein Rückschnitt von 50 Zentimetern Abstand zur Wand wirkt oft besser als jedes Biozid.

Unsere Faustregel: Ist die Beschichtung tragfähig und kreidet nicht, reinigen wir und imprägnieren. Kreidet sie, ist Reinigen rausgeworfenes Geld, denn vor dem Anstrich wird die Fläche ohnehin gereinigt, und diese Vorreinigung steckt im Anstrichpreis.

So läuft ein Fassadenanstrich Schritt für Schritt

Vom ersten Termin bis zum Gerüstabbau vergehen bei einem Einfamilienhaus zwei bis vier Wochen. Die reine Arbeitszeit am Haus beträgt davon 3 bis 7 Tage, den Rest bestimmen Trocknungszeiten, Wetter und die Standzeit des Gerüsts.

Untergrundvorbereitung an der Fassade vor dem Anstrich
  1. Besichtigung und Aufmaß (1 Termin, rund 45 Minuten). Klopfprobe, Kratzprobe, Handprobe, Feuchtemessung am Sockel, Prüfung der Altbeschichtung, Aufmaß und Klärung der Gerüststellung. Erst danach entsteht ein verbindliches Angebot.
  2. Gerüstaufbau (0,5 bis 1 Tag). Bei Gerüst auf öffentlichem Grund vorher Sondernutzungserlaubnis beantragen; dafür Vorlauf einplanen.
  3. Reinigung und Freilegen (1 bis 2 Tage). Niederdruckreinigung, Algenentferner mit Einwirkzeit, Entfernen loser Beschichtung, Abnahme von Hausnummer, Leuchten und Rankgittern.
  4. Untergrundarbeiten (0,5 bis 2 Tage). Risse öffnen und schließen, Hohlstellen abschlagen und neu aufbauen, Ausbesserungen strukturangleichend verreiben. Neuer Putzmörtel braucht Standzeit, bevor er beschichtet werden darf.
  5. Abkleben und Grundierung (0,5 bis 1 Tag). Fenster, Türen, Fensterbänke, Sockel und Anschlüsse abdecken, dann die auf das System abgestimmte Grundierung auftragen.
  6. Erster und zweiter Anstrich (2 bis 3 Tage). Zwischen den Lagen mindestens die Herstellervorgabe abwarten, bei 20 °C sind das 4 bis 6 Stunden. Gearbeitet wird flächenweise nass in nass, damit keine Ansätze stehen bleiben.
  7. Abnahme und Gerüstabbau (0,5 Tag plus Standzeit). Gemeinsame Begehung vom Gerüst aus, solange man die Fläche noch aus der Nähe sieht. Danach Abbau, Endreinigung und Übergabe.

Den siebten Punkt nehmen wir wörtlich. Vom Gerüst aus sehen Sie Ansätze, Fehlstellen an Laibungen und ungleichmäßige Schichtdicken, die vom Rasen aus niemand erkennt. Ist das Gerüst erst abgebaut, kostet jede Nacharbeit ein zweites.

Selbst streichen oder Fachbetrieb beauftragen?

Beim Fassadenanstrich entfallen etwa 55 bis 65 Prozent der Kosten auf Arbeitszeit. Auf unser Beispiel mit 6.600 € netto gerechnet stecken darin rund 3.000 bis 3.500 € Lohn. Das ist der Betrag, um den es bei der Eigenleistung tatsächlich geht.

Was nicht wegfällt: Gerüst, Farbe, Grundierung, Abdeckmaterial und Entsorgung. Das Gerüst schlägt weiterhin mit 1.650 € zu Buche, denn aufbauen dürfen Sie es nicht selbst. Fassadengerüste ab einer bestimmten Höhe müssen von fachlich geeigneten, unterwiesenen Personen errichtet werden, und die Verkehrssicherungspflicht für das Gerüst auf Ihrem Grundstück liegt bei Ihnen. Ein Mietgerüst mit Aufbau durch einen Gerüstbauer ist deshalb Pflichtposten, kein Sparposten.

Die Materialrechnung für 150 m²: 60 bis 90 Liter Fassadenfarbe für 500 bis 1.600 €, Grundierung rund 300 €, Abdeckfolie, Klebeband, Rollen, Bürsten und Gebinde nochmals 200 bis 300 €. Zeitlich sollten zwei Personen mit 60 bis 80 Stunden rechnen, verteilt über mehrere Wochenenden, an denen das Wetter mitspielen muss. Unterm Strich sparen Sie realistisch 2.500 bis 3.000 € und tragen das gesamte Ausführungsrisiko.

Die vier Fehler, die wir bei Eigenleistungen am häufigsten nachbessern: eine Farbe, die nicht zur Altbeschichtung passt (Silikat auf Kunstharz haftet nicht), zu dünner Auftrag aus Sparsamkeit, Arbeiten in der prallen Sonne mit sichtbaren Ansätzen, und ein vergessener oder falsch behandelter Sockelbereich, an dem Spritzwasser die Beschichtung von unten unterwandert.

Ein finanzielles Argument gerät dabei oft aus dem Blick: Nach § 35a EStG können Sie 20 Prozent der Arbeitskosten von der Steuerschuld abziehen, maximal 1.200 € im Jahr. Bei Eigenleistung entfällt dieser Abzug vollständig, weil es keine Rechnung mit ausgewiesenem Lohnanteil gibt. Die tatsächliche Ersparnis schrumpft damit noch einmal deutlich.

Nur streichen oder gleich dämmen?

Steht das Gerüst ohnehin, stellt sich die Frage von selbst. Ein Wärmedämmverbundsystem mit Dämmplatten, Armierung, Oberputz und Anstrich kostet 80 bis 150 €/m², beim Einfamilienhaus also ab rund 15.000 €. Der reine Neuanstrich liegt bei 35 bis 45 €/m². Sie zahlen grob das Drei- bis Vierfache, bekommen dafür aber ein anderes Gebäude: geringere Heizkosten, wärmere Innenwände, kein Schimmel an Wärmebrücken.

Wirtschaftlich rechnet sich die Dämmung vor allem dann, wenn der Putz ohnehin erneuert werden müsste. Ist die Fassade dagegen intakt und geht es nur um die Optik, ist der Anstrich die richtige Antwort, und die Dämmung wartet auf den nächsten Zyklus.

Bei den Fördermitteln lohnt eine klare Trennung: Zuschüsse von BAFA und KfW gibt es für energetische Maßnahmen, also für die Dämmung der Außenwand samt zugehöriger Arbeiten. Ein reiner Fassadenanstrich ist keine energetische Maßnahme und wird nicht gefördert. Weil sich die Fördersätze und Antragswege regelmäßig ändern, prüfen wir sie vor jedem Angebot gemeinsam mit dem Energieberater des Bauherrn.

Rechtlich gilt außerdem: Ein Anstrich ist Instandhaltung und löst keine Dämmpflicht aus. Wird dagegen der Außenputz großflächig erneuert, greifen die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes an den Wärmeschutz der geänderten Bauteile. Wer also über eine Vollsanierung nachdenkt, sollte das früh klären, bevor der Putz herunter ist. Welche Variante an Ihrem Haus sinnvoll ist, entscheiden wir im Rahmen der Fassadensanierung in Berlin nach Bauteilaufbau und Zustand, nicht nach Katalog.

Altbaufassade zur Hälfte saniert, zur Hälfte verwittert

Fassade streichen bei Mehrfamilienhaus, WEG und Hausverwaltung

Bei 350 bis 500 m² Fassadenfläche und Gesamtkosten von 14.000 bis 25.000 € entscheidet niemand allein. Die Organisation dauert regelmäßig länger als die Ausführung.

Beschluss und Finanzierung

Die Fassade gehört zum Gemeinschaftseigentum. Ein Neuanstrich ist Erhaltungsmaßnahme und wird in der Eigentümerversammlung mit einfacher Mehrheit beschlossen, bezahlt in der Regel aus der Erhaltungsrücklage. Reicht sie nicht, braucht es eine Sonderumlage, und die will auf derselben Versammlung mitbeschlossen sein. Ein Hinweis aus der Arbeit mit Verwaltungen: Legen Sie zwei bis drei Angebote mit identischem Leistungsverzeichnis vor. Unterschiedlicher Umfang führt fast immer zur Vertagung, und damit in die nächste Saison.

Umlagefähigkeit auf Mieter

Ein reiner Neuanstrich ist Instandhaltung und darf nicht auf die Miete umgelegt werden. Anders bei einer Modernisierung wie einer nachträglichen Dämmung: Hier lassen sich Kosten nach § 559 BGB anteilig auf die Jahresmiete umlegen, allerdings nur der Modernisierungsanteil und innerhalb der gesetzlichen Grenzen. Die Ankündigung muss rechtzeitig und schriftlich erfolgen. Wer beides in einem Rutsch macht, sollte die Kosten im Angebot sauber getrennt ausweisen lassen, sonst wird die Umlage später angreifbar.

Gerüst, Straßenland und Mieterinformation

In geschlossener Bebauung steht das Gerüst fast immer auf dem Gehweg. Dafür braucht es eine Sondernutzungserlaubnis für 100 bis 200 €, dazu Fußgängerschutztunnel, Beleuchtung und meist eine Halteverbotszone für den Materialtransport.

Informieren Sie die Mieter mindestens zwei Wochen vorher, konkret und schriftlich: Zeitraum, betroffene Seiten, geschlossene Fenster an Spritztagen, keine Wäsche auf dem Balkon, Blumenkästen abnehmen, Stellplätze für den Gerüstbau räumen. Ein Aushang mit einer Telefonnummer für Rückfragen erspart der Verwaltung erfahrungsgemäß die Hälfte der Beschwerden. Für Wohn- und Geschäftshäuser mit Ladenzeile planen wir die lauten Arbeiten außerhalb der Öffnungszeiten; wie wir dabei vorgehen, zeigt unser Bereich Gewerbeimmobilien sanieren.

Kosten sparen, ohne an der Qualität zu sparen

Die wirksamen Hebel liegen nicht bei der Farbe. Wer am Material spart, zahlt im nächsten Zyklus doppelt. Wer an Organisation und Zeitpunkt ansetzt, spart wirklich.

Nebensaison nutzen. Anfragen zwischen November und Februar für einen Termin im Frühjahr bringen die besten Konditionen, weil Betriebe ihre Auftragsbücher füllen. Im Mai eine Fassade für Juni zu buchen ist die teuerste Variante.

Das Gerüst mehrfach nutzen. Der stärkste Einzelhebel überhaupt. Wenn ohnehin Dachrinne, Dachziegel, Schornsteinkopf, Fensteraustausch oder Rollladenkästen anstehen, legen Sie diese Arbeiten in dieselbe Gerüststandzeit. Ein zweites Gerüst zwei Jahre später kostet erneut 1.650 bis 3.500 €.

Mit dem Nachbarn zusammenlegen. Bei Doppelhäusern und Reihenhauszeilen sinken Anfahrt, Baustelleneinrichtung und Gerüstkosten spürbar, wenn zwei Parteien gleichzeitig beauftragen.

Eigenleistung bei den Nebenarbeiten. Hecken zurückschneiden, Rankgitter demontieren, Terrasse leerräumen, Außenleuchten abnehmen, Stellfläche freihalten. Diese Vorarbeiten kosten Sie ein Wochenende und sparen bezahlte Stunden am Anfang der Baustelle.

Standardfarbtöne wählen. Ein Ton aus dem Herstellersortiment ist günstiger als ein Sonderton und im Fall einer Nachbesserung jederzeit nachmischbar.

Steuer mitnehmen. Nach § 35a EStG sind 20 Prozent der Arbeits-, Anfahrts- und Maschinenkosten direkt von der Steuerschuld abziehbar, maximal 1.200 € pro Jahr. Voraussetzung: Rechnung mit getrennt ausgewiesenem Lohnanteil und Zahlung per Überweisung. Bar bezahlt heißt nicht absetzbar. Bei einer Fassade über den Jahreswechsel lässt sich der Höchstbetrag durch zwei Abschlagszahlungen in zwei Kalenderjahren zweimal ausschöpfen.

Woran Sie ein seriöses Angebot erkennen

Checkliste für den Angebotsvergleich

  • Aufmaß vor Ort statt Schätzung nach Fotos oder Telefonat
  • Fassadenfläche in m² ausgewiesen, mit Angabe der Abrechnungsregel
  • Gerüst als eigene Position inklusive Standzeit und Preis pro Verlängerungswoche
  • Produktname und Hersteller der Grundierung und der Fassadenfarbe, nicht nur der Begriff Fassadenfarbe
  • Anzahl der Anstriche ausdrücklich genannt
  • Untergrundvorbereitung beschrieben, Ausbesserungen als Eventualposition mit Einheitspreis
  • Zahlungsplan mit Schlussrate nach Abnahme, keine Vorkasse über den Materialwert hinaus
  • Arbeitslohn getrennt ausgewiesen, damit § 35a EStG nutzbar ist

Ein Angebot, das deutlich unter allen anderen liegt, hat fast immer eine Erklärung: Es fehlt das Gerüst, es fehlt eine Lage, oder es fehlt die Untergrundvorbereitung. Fragen Sie gezielt nach diesen drei Punkten, dann sortiert sich der Preisvergleich von selbst.

Fassade streichen lassen in Berlin und Brandenburg

Wir streichen Fassaden in Berlin und im Brandenburger Umland: Einfamilienhäuser in Zehlendorf, Pankow und Köpenick, Mehrfamilienhäuser in Neukölln, Wedding und Friedrichshain, Gründerzeitfassaden mit Stuck in Prenzlauer Berg und Charlottenburg. Zwei Berliner Besonderheiten planen wir dabei von Anfang an ein: die Sondernutzungserlaubnis für Gerüste auf dem Gehweg, die je nach Bezirksamt Vorlauf braucht, und die stark rußbelasteten Straßenfassaden an Hauptverkehrsachsen, die eine gründlichere Vorreinigung verlangen als jede Seitenstraße.

Ein Aufmaßtermin dauert etwa 45 Minuten und kostet Sie nichts. Rufen Sie uns unter 030 39 83 76 87 an oder sehen Sie sich vorab an, wie unser Malerbetrieb in Berlin arbeitet.

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Häufige Fragen

Umfang des Hauses mal Traufhöhe rechnen, Giebelflächen mit Breite mal Höhe geteilt durch zwei ergänzen und für die eigene Schätzung etwa die Hälfte der Fenster- und Türflächen abziehen. Bei einem Haus mit 8,00 mal 7,00 Metern Grundriss, 5,00 Metern Traufhöhe und 2,50 Metern Giebelhöhe kommen so rund 150 m² zusammen. Für die Abrechnung gelten andere Regeln: Öffnungen bis etwa 2,5 m² werden übermessen und nicht abgezogen.

Möglich ja, fachlich raten wir in den meisten Fällen ab. Ziegel nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab; eine filmbildende Beschichtung unterbindet das, Feuchtigkeit staut sich dahinter und drückt die Farbe beim ersten Frost mitsamt der Ziegeloberfläche ab. Rückgängig machen lässt sich das kaum. Die bessere Antwort auf eine unansehnliche Klinkerfassade sind Reinigung, Fugensanierung und eine farblose Hydrophobierung. Wer trotzdem streichen möchte, sollte ausschließlich mit Silikat- oder Mineralfarbe arbeiten und mit 45 bis 70 €/m² rechnen.

Ja. Die Fassade ist Gemeinschaftseigentum, ein Neuanstrich gilt als Erhaltungsmaßnahme und wird in der Eigentümerversammlung mit einfacher Mehrheit beschlossen. Finanziert wird üblicherweise aus der Erhaltungsrücklage, bei Unterdeckung über eine Sonderumlage, die im selben Beschluss geregelt werden sollte. Legen Sie der Versammlung mehrere Angebote mit identischem Leistungsverzeichnis vor, sonst wird vertagt.

Ein Fassadengerüst kostet 6 bis 14 €/m² inklusive Auf- und Abbau und vier Wochen Standzeit, mit einer Mindestpauschale von 1.000 bis 1.200 €. Beim Einfamilienhaus mit 200 bis 250 m² liegen Sie bei 2.000 bis 3.500 €. Selbst aufbauen ist keine Option: Fassadengerüste dürfen nur von fachlich geeigneten, unterwiesenen Personen errichtet werden, und die Verkehrssicherungspflicht liegt beim Grundstückseigentümer. Steht das Gerüst auf dem Gehweg, kommen 100 bis 200 € für die Sondernutzungserlaubnis hinzu.

Fast immer passen Farbe und Untergrund nicht zusammen. Eine filmbildende Dispersion auf mineralischem Putz schließt die Wand ein, die Feuchtigkeit drückt von hinten und sprengt den Anstrich ab. Zweite häufige Ursache ist ein zu feuchter oder kreidender Untergrund, auf dem die neue Farbe keinen Halt findet. Beides zeigt sich meist im zweiten oder dritten Winter.

Als Faustregel gilt ein Tag pro Millimeter Putzdicke, bei üblichen Aufbauten also zwei bis vier Wochen. Mineralische Putze müssen zusätzlich abbinden, hier sind vier Wochen das Minimum. Wer zu früh streicht, riskiert Ausblühungen und Verfärbungen. Bei kühler oder feuchter Witterung verlängert sich die Wartezeit deutlich.

Die Fassade gehört zur Gebäudesubstanz und damit zur Instandhaltungspflicht des Eigentümers. Mieter sind dafür nicht zuständig, Schönheitsreparaturen betreffen ausschließlich Innenräume. In einer Eigentümergemeinschaft entscheidet die Versammlung, finanziert wird üblicherweise aus der Instandhaltungsrücklage. Auf Mieter umlegen lassen sich die Kosten nur bei einer echten Modernisierung, nicht bei einem reinen Anstrich.

Rechnen Sie mit 0,2 bis 0,3 Litern pro Quadratmeter und Anstrich, für zwei Anstriche also 0,4 bis 0,6 Liter. Bei 150 m² sind das 60 bis 90 Liter. Grober Strukturputz liegt am oberen Ende dieser Spanne, glatter Feinputz am unteren. Bei einer Silikonharzfarbe für 12 € je Liter entspricht das 720 bis 1.080 € Materialkosten.

Nur in Ausnahmefällen, etwa bei einer wenige Jahre alten, technisch einwandfreien Beschichtung, die lediglich aufgefrischt werden soll. Im Normalfall ergibt eine Lage keine gleichmäßige Schichtdicke, weil Putz unterschiedlich saugt und Strukturvertiefungen dünner bleiben. Genau dort beginnt die Verwitterung. Herstellerangaben zur Haltbarkeit beziehen sich auf den zweilagigen Aufbau.

Bis in den Oktober hinein regelmäßig ja, im November nur bei stabiler Wetterlage. Entscheidend sind mindestens +5 °C an Luft und Untergrund, und zwar auch nachts, eine relative Luftfeuchte unter 85 %, ein Taupunktabstand von mindestens 3 °C und 24 Stunden Regenfreiheit nach dem Auftrag. Manche Systeme verlangen +8 °C. Kühlt die Wand nachts unter diese Werte ab, leidet die Filmbildung, und der Anstrich kreidet nach wenigen Jahren.

Nicht immer, aber häufiger, als gespart wird. Erforderlich ist die Grundierung auf saugenden, sandenden oder kreidenden Untergründen, bei stark unterschiedlichem Saugverhalten nach Ausbesserungen und bei mineralischen Systemen. Auf einer festen, gleichmäßig saugenden Altbeschichtung kann sie entfallen. Die Kosten liegen bei rund 5 €/m² Material und etwa 10 €/m² Arbeitslohn, im Gesamtpaket deutlich darunter. Wer sie auf kreidendem Putz weglässt, riskiert Haftungsverlust der kompletten neuen Beschichtung.

Bei Putz und Wärmedämmverbundsystemen raten wir davon ab. Über 80 bar treiben Sie Wasser hinter die Oberfläche und beschädigen die Armierungsschicht, was Sie erst Monate später an Rissen bemerken. Fachbetriebe arbeiten mit dem sogenannten Softwash-Verfahren: niedriger Druck, dafür ein Reinigungsmittel mit Einwirkzeit. Klinker und Beton vertragen mehr Druck.

Ja, allerdings nicht in jedem Farbton. Silikatfarben sind auf mineralische Pigmente angewiesen, was die Palette einschränkt. Wichtiger als der Ton ist der Hellbezugswert: Dunkle Farben heizen sich stark auf, und auf gedämmten Fassaden führt das zu Spannungsrissen. Unter einem Wert von 20 sollten Sie bei einem Wärmedämmverbundsystem nicht gehen.

Aufmaß vor Ort statt Schätzung am Telefon

Wir sehen uns Ihre Fassade an, machen Klopf- und Handprobe, messen auf und sagen Ihnen, ob ein Anstrich reicht oder der Putz mehr braucht. Der Termin dauert rund 45 Minuten und ist kostenfrei. Telefon 030 39 83 76 87.

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